Luzern Stans Engelberg Bahn

Der Bahnreisende, der von Luzern südwärts fährt, hat zunächst einen prächtigen Ausblick auf Bürgenstock und Stanserhorn. Im Bahnhof Hergiswil dann fällt ihm auf dem Nebengleis vielleicht einer der leuchtendroten Züge mit dem Schriftzug “LSE” (Luzern-Stans-Engelberg) auf.
Hier zweigt sie ab, die legendäre Meterspurbahn in den berühmten Kurort Engelberg.

GESCHICHTE

Bis 1964 hatte die Bahnlinie keine Verbindung mit dem übrigen Netz. Seit 1898 ratterte die “Stans-Engelberg-Bahn (StEB) von Stansstad über Stans hinauf ins 563 Meter höher liegende Engelberg. Von Anbeginn war die Strecke elektrifiziert und damals längste elektrische Bahn der Schweiz (22,5 Kilometer).
Nach Luzern war es trotzdem noch ein weiter Weg. Erst 1956 wurde die Konzession für eine Verlängerung nach Hergiswil – und damit den Anschluss nach Luzern – erteilt. Wirtschaftliche Probleme verzögerten den Bau, doch 1964 war es geschafft. Die LSE war geboren.
2005 fusionierte sie mit der “Brünigbahn” (Luzern-Interlaken) und firmiert seitdem unter dem Namen Zentralbahn.

STRECKE

In Hergiswil (449 Meter) verlässt das Gleis die “Brünigbahn”. Durch den Loppertunnel und über die See-Engstelle Acheregg geht es über Stansstad nach Stans, Hauptort des Kantons Nidwalden. Noch ist kein Meter Höhe gewonnen, doch nun wendet sich das Gleis nach rechts ins Engelberger Tal. Es geht stetig aufwärts.
Nach 15 Kilometern durch den Bergwald erreicht die Strecke Obermatt (675 Meter). Weniger als 5 Kilometer sind es nun noch ins 1000 Meter hoch gelegene Engelberg. Die Steilrampe und damit der Zahnradbetrieb beginnt. Neue Züge bewältigen die 25prozentige Steigung mit immerhin ca. 14 km/h.

ZUKUNFT

Eisenbahnfans und Touristen lieben die spektakuläre Steilstrecke, fürs Personal ist die Auffahrt jedoch keine Spazierfahrt. Um die Kapazitäten zu verbessern, soll die Steilstrecke bis 2010 durch einen 4 km langen Tunnel umfahren werden. Dann können, auf geringerer Steigung, auch SBB- und BOB(BernerOberlandBahn)-Züge Engelberg erreichen. Es bleibt zu hoffen, dass die Zahnrad-Rampe als historisch-technisches Denkmal (und Museumsbahn?) erhalten bleibt.