Rückgrat des öffentlichen Verkehrs
Die Luzern-Stans-Engelberg-Bahn ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im Kanton Nidwalden und in der Talschaft Engelberg: Sie erschliesst direkt die Gemeinden Hergiswil, Stansstad, Stans, Dallenwil, Wolfenschiessen und Engelberg und ist gleichzeitig Zubringer für die gesamte Region. Denn von sämtlichen Stationen zweigen Buslinien und Seilbahnen ab.
Die LSE bringt Menschen zur Arbeit und zur Schule, wobei der dichte Fahrplan zum Teil mit 20-Minutentakt für Kundenzufriedenheit sorgt. Die LSE ist aber auch eine Ausflugsbahn und leistet als Zubringer zu den touristischen Ausflugszielen in Nidwalden und insbesondere für den Touristenort Engelberg einen wesentlichen Anteil am Erfolg des Fremdenverkehrs.
Die Fahrzeit zwischen Luzern und Stans beträgt 19 Minuten, und von Luzern nach Engelberg dauert die Fahrt 59 Minuten. Pro Jahr werden über 22 Millionen Personenkilometer zurückgelegt, mehr als 520'000 Triebfahrzeug-Kilometer auf dem gesamten Netz und fast 340'000
Zugskilometer auf dem eigenen Netz erreicht. Möglich machen all diese eindrücklichen Leistungen jene Menschen, welche bei der LSE arbeiten. Insgesamt beschäftigt die LSE 81 Personen, welche auf 78 Stellen aufgeteilt sind. Damit ist die LSE einer der grösseren und wichtigeren Arbeitgeber im Kanton Nidwalden.

Das Rollmaterial
Komfortables Rollmaterial garantiert bequemes Reisen mit der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn.
Das Rollmaterial besteht aus acht dreiteiligen Kompositionen, die bei Bedarf mit weiteren Wagen ergänzt werden können.
Zur Verstärkung des Talbetriebes sind zwei Kompositionen mit ehemaligen Brünigtriebwagen im Einsatz. Selbstverständlich gehören zum Fahrzeugpark auch zahlreiche Dienst- und Güterwagen sowie Fahrzeuge für Manöver, Dienstfahrten und Schneeräumungen.

Mit Zug in die Zukunft
Rund hundert Jahre nach der Eröffnung der Bahn nach Engelberg wird die bisher kostenaufwendigste Erneuerung der Anlage in Angriff genommen: der Neubau der LSE-Steilstrecke. Zwischen Grafenort und dem Gebiet Boden vor Engelberg werden die Gleise in einen rund vier Kilometer langen Tunnel verlegt, die bisherige Maximalsteigung der Zahnradstrecke von 246 Promille wird auf 105 Promille zurückgenommen. Dadurch kann die Kapazität der LSE auf einen Schlag mehr als verdoppelt werden.
Für den Umbau sind 68,1 Millionen Franken budgetiert, wobei der Bund 85 Prozent der Kosten übernehmen wird. Die Inbetriebnahme der neuen Bergstrecke ist auf 2004 geplant. Sie wird der LSE völlig neue Perspektiven eröffnen.

Aus der Geschichte
Vorgängerin der heutigen Luzern-Stans-Engelberg-Bahn ist die Stansstad-Engelberg-Bahn, welche am 5. Oktober 1898 ihren Betrieb mit Automobilwagen englischer Bauart aufgenommen hatte.
Typische Besonderheiten der Stansstad-Engelberg-Bahn waren die verträumten Bahnhöfe, wie zum Beispiel das "Knusperhäuschen" in Stans, die 246 Promille steile Bergrampe, die nur mit einer Schiebelok überwunden werden konnte, und die Klappbrücke beim Gasthof Grünenwald.
Die Stansstad-Engelberg-Bahn war gewissermassen eine Inselbahn, die keinen Anschluss an das schweizerische Schienennetz hatte. In Stansstad sicherte das Schiff die Weiterfahrt nach Luzern.
Mit dem Ziel, die Nidwaldner Verkehrsverhältnisse deutlich zu verbessern, wurde die Bahn in den sechziger Jahren bis nach Luzern weitergeführt. Die so entstandene Luzern-Stans-Engelberg-Bahn nahm ihren Betrieb am 19. Dezember 1964 auf.