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Rollmaterial
Was bringt die Zukunft!

Text aus der Neuen Nidwaldner Zeitung
vom 28. Januar 2003

Ausgabe vom Dienstag, 28. Januar 2003

LSE will gesamte Flotte auswechseln

Die LSE setzt auch am Berg auf mehr Effizienz und nicht primär auf das Erlebnis. Bis 2012 soll deshalb die gesamte Flotte der Schmalspurbahn ersetzt werden.


Definitiv entschieden ist zwar noch nichts. Doch der Verwaltungsrat der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) hat einen wichtigen Vorentscheid getroffen. In den kommenden neun Jahren soll der gesamte Fahrzeugbestand durch Niederflurwagons ersetzt werden. Dazu will der Verwaltungsrat Investitionen in der Grössenordnung von 45 Millionen Franken tätigen.

Neuanschaffung unausweichlich

Der Verwaltungsrat tat sich bei seinem Entscheid nicht leicht. Denn das bestehende Rollmaterial befindet sich in einem guten Zustand.
Zudem geniesst die Flotte der Alpine-Liner bei den Fahrgästen grosse Sympathien.

Allerdings: Die LSE kommt um die Anschaffung von neuem Rollmaterial nicht herum. Zwar verkürzt sich mit der Eröffnung des Tunnels zwischen Grafenort und Engelberg die Fahrzeit um 11 Minuten und es sind Einsparungen bei den Zugskompositio-
nen möglich, doch dazu braucht die Bahn neue, stärkere Zugmaschinen. Zudem steht auf den Fahrplanwechsel Ende 2004/Anfang 2005 die Umsetzung der S-Bahn Zentralschweiz bevor. Die Pläne sehen vor, dass der 20-Minuten-Takt zwischen Luzern und Stans durch Niederflurwagons gewährleistet wird.

Beispiel eines Niederflurwagons
Bild aus der Homepage der RBS (Regionalbetrieb Bern Solothurn)

Laut Angaben von LSE-Direktor Christoph Tanner gab der Verwaltungsrat bei seinem Entscheid der Steigerung der Effizienz den Vorzug. «Mit der Einführung von Niederflurwagons können wir auf der gesamten Strecke das Angebot verbessern und die Kapazitätsengpässe leichter ausgleichen. Zudem steht mit der Inbetriebnahme des Tunnels zwischen Grafenort und Engelberg nicht mehr das Erlebnis, sondern die Steigerung der Transporteffizienz im Vordergrund.»

So schnell werden die alten Wagons aber nicht verschwinden.
Die Flotte der LSE soll in zwei Etappen ersetzt werden. Die ersten Niederflurwagons sollen mit der Umsetzung der S-Bahn Zentralschweiz zwischen Luzern und Stans verkehren. Laut Angaben von Christoph Tanner ist die Inbetriebnahme der neuen Wagons auf 2005/2006 vorgesehen. In einer zweiten Etappe soll dann bis 2012 auch das restliche Rollmaterial, das für die Verbindung nach Engelberg eingesetzt wird, durch Niederfluhrwagons ersetzt werden.

Alpine Liner

Entscheid bis Mitte Jahr
Tanner hofft, dass die Schienenkompositionen für die erste Etappe noch in diesem Jahr bestellt werden können. Dazu muss die LSE allerdings noch mit den Kantonen Obwalden, Nidwalden und Luzern einig werden, die bei der LSE das Zugsangebot bestellen. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden, erklärt Tanner. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht nicht in erster Linie die Finanzierung des neuen Rollmaterials, sondern dessen Auswirkungen auf die Dienstleistungen der LSE.

Tanner geht davon aus, dass ein Entscheid Mitte Jahr zu erwarten ist. An ein grundsätzliches Scheitern der Pläne glaubt er nicht. «Wir machen nichts anderes, als den Wünschen der Kantone nachzukommen. Und wenn wie beispielsweise im Falle des Kantons Nidwalden Wert auf eine moderne und leistungsfähige Vorortsbahn gelegt wird, dann hat dies seinen Preis.»

von dominik buholzer
[email protected]

Eine einmalige Alpine Liner Komposition zwischen Stans und Stansstad


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