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Um 15.48 Uhr detonierte die letzte Sprengladung

Der Tunnel Engelberg der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn ist durchstochen

Am Freitag, 29. Oktober 2004, wurde nach genau 3 Jahren, 7 Monaten und 14 Tagen Bauzeit der 4043 Meter lange Tunnel Engelberg im Beisein von zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft feierlich durchstochen. Bis zur Eröffnung Ende 2006 folgen jetzt die umfangreichen Innenausbauten.

Historischer Moment für die Luzern-Stans-Engelberg-Bahn: Um genau 15.48 Uhr zün­dete Verwaltungsratspräsident Ferdinand Keiser die letzte Sprengladung zum feierli­chen Durchstich des 4043 Meter langen Tunnels Engelberg.  Damit fiel allen Beteilig­ten sichtlich ein riesiger Stein vom Herzen, war doch der Vortrieb bedingt durch die anforderungsreiche Geologie alles andere als einfach gewesen. Gleich zweimal musste der Bau unterbrochen werden: ein erstes Mal im August 2002, als beim Vor­trieb Nord bei Kilometer 1,7 plötzlich Unmengen von Wasser eindrangen. Ende Mai 2003 wurden die Arbeiter erneut von einem heftigen Wasser- und Schlammeinbruch überrascht. Geologen stellten dabei erstaunt fest, dass die Wassermassen ein zirka 150 Meter langes Höhlensystem auf der östlichen Tunnelseite freigespült hatten. Urs Dillier, der Gesamtprojektleiter des gesamten Vorhabens, brachte es treffend auf den Punkt: „Im Tunnelbau gab und gibt es immer wieder Unwägbarkeiten, die auch mit den besten technischen Mitteln nicht voraussehbar sind. Mit einem Jahr Verspätung kön­nen wir jedoch sagen: Ende gut alles gut – und darauf können sowohl die rund 80 Tunnelbauarbeiter als auch die Projektleitung und der Bauherr Stolz sein“. Unter der Oberaufsicht des Bundesamtes für Verkehr (BAV) sind in das Tunnelprojekt, welches mit einer Ausweichstelle und modernsten Sicherungsanlagen bestückt ist, folgende Firmen involviert: Die Bauführung liegt in den Händen der Ingenieurgemeinschaft Lombardi-Balestra-Gasser (Schwyz/Minusio/Lungern). Für die Gesamtprojektleitung zeichnet Urs Dillier vom Ingenieurunternehmen Bucher und Dillier in Sarnen verant­wortlich. Der eigentliche Tunnelbau besorgte die ARGE Achermann/Svietelsky, Buochs/Graz.

Grösstes Projekt in der Geschichte der LSE

Das Tunnelprojekt und damit die neue Bahnverbindung zwischen Grafenort und Engelberg stellt das grösste Bauvorhaben der LSE seit deren Neugründung im Jahr 1964 dar und schlägt gleich zwei Fliegen auf einen Streich: Einerseits kann die LSE die Revision des nunmehr bereits über 100-jährigen Bahntrasses umgehen. Andererseits lassen sich dank des von 246 auf 105 Promille gesenkten Gefälles  die Transportkapa­zitäten nach Engelberg von heute 300 auf 1000 Personen pro Stunde erhöhen und gleichzeitig die Fahrzeit minimieren. Damit kann der Stundentakt zwischen Luzern und Engelberg inskünftig mit zwei statt bisher mit drei Kompositionen realisiert werden. Die Zusammenarbeit mit der Brünigbahn bei der Rollmaterialbeschaffung ist durch die per 1. Januar 2005 aufgegleiste Fusion zur Zentralbahn eh schon gegeben. Zuvor – näm­lich am 15. Dezember 2004 – feiert die LSE noch ihr 40-Jahr-Jubiläum.

Mehrkosten von rund 25 Millionen Franken

Ursprünglich war man bei der Projektierung von Gesamtkosten in der Höhe von 68,1 Millionen Franken ausgegangen, mit einer Beteiligung des Bundes von 85%. Die Rest­kosten entfallen zu je 50% auf die Kantone Obwalden und Nidwalden, wobei sich die Gemeinde Engelberg mit 1,065 Millionen Franken beteiligt. Gemäss den heutigen Er­kenntnissen kommen geologisch bedingte Mehrkosten von rund 19 Millionen Franken dazu (u.a. für die Sanierung der beiden Wassereinbruchstellen). Weitere vier Millionen Zusatzkosten verursachen die verschärften Sicherheits- und Umweltvorschriften. Unter Berücksichtigung von Einsparungen und Reserven ergibt sich ein neuer Kostenstand ohne Teuerung von 94,8 Mio Franken.

Rund eineinhalb Jahre für den Innenausbau

Nachdem mit dem Duchstich die Ausbrucharbeiten abgeschlossen sind, kommt nun der Innenausbau zügig in Fahrt. Dazu gehören unter anderem die Ausgestaltung der Tunnelwände, das Verlegen des Trasses, die Installation der Bahn- und Sicherheits­technik – um nur die wichtigsten zu nennen. Nach einer intensiven Testphase ist die Eröffnung des Tunnels auf Ende 2006 vorgesehen.

Direktor Josef Langenegger meint dazu abschliessend: „Auf diesen epochalen Augen­blick freuen wir uns schon heute, stellt er doch einen Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft der neuen Zentralbahn dar“.

Bilder sowie den Medientext vom Durchstich können Sie downloaden unter www.LSE-BAHN.ch/aktuell

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