zurück >>

Es geht Meter um Meter vorwärts

Rund 2'600 des insgesamt 4043 Meter langen Tunnels Engelberg, der von Grafenort ins Gebiet Boden vor Engelberg führen wird, sind bereits ausgebrochen. Und täglich kommen bis zu zehn Meter dazu. Über 80 MitarbeiterInnen stehen rund um die Uhr im Einsatz, damit das Jahrhundertwerk fristgerecht im Herbst 2005 eröffnet werden kann.
Wer in den vergangenen Dezember- und Januartagen nach Engelberg gefahren ist, der konnte auf den LSE-Zügen eine höchst erfreuliche Fahrgastzahl feststellen. An einigen Tagen schon fast zu erfreulich, was zeitweise zu Betriebsengpässen führte.
Solche Situationen werden ab dem Herbst 2005 endgültig der Vergangenheit angehören, denn ab diesem Datum wird der neue Tunnel Engelberg die Kapazitäten der LSE auf einen Schlag verdreifachen.
Bis es jedoch soweit ist, sind dem Berg noch viele Kubikmeter Fels und Gestein abzutrotzen. Das wird denn auch gleich von zwei Seiten gemacht. Das Baulos Nord Seite Grafenort wird bis zum Herbst 2004 rund 3'100 Meter ausgebrochen haben, währenddem das Los Süd wegen schwieriger geologischer Verhältnisse «nur» 900 Meter vorstossen wird.

Konventioneller Vortrieb im Norden
Der Tunnel weist ab dem Nordportal mehrheitlich günstige bautechnische Verhältnisse auf. Deshalb wird der Ausbruch mittels Bohren und Sprengen ausgeführt. Drei Teams à je 7 – 8 Mann lösen sich im Dreischichtbetrieb beim Vortrieb ab – und das sechs Tage die Woche. Pro Abschlag werden 90 Löcher gebohrt und mit Flüssigsprengstoff zur Detonation gebracht. Durchschnittlich 3 Meter Fels können so ausgebrochen werden. Jede Schicht schafft in der Regel 1 Ausbruch, dabei sind Tunnelsicherungsmassnahmen sowie Materialabtransport eingerechnet.

Mechanischer Abbau im Süden
Das Baulos Süd stösst auf vergleichsweise schwierige geologische Verhältnisse. Die zu durchdringende Bergsturzmasse macht einen mechanischen Kalottenvortrieb mit aufwändigen Sicherungsmassnahmen notwendig, was natürlich längst nicht so effizient ist wie das Sprengverfahren.
Gearbeitet wird im Zweischichtbetrieb à je 9 Stunden ab morgens 05.00 Uhr. Auch hier stehen 8er-Teams im Einsatz – und das sechs Tage die Woche. Pro Tag kommt man ca. 1 Meter vorwärts.