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Text aus der Neuen Nidwaldner Zeitung übernommen aus der Online Ausgabe




Ausgabe vom Mittwoch, 4. September 2002

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LSE-Steilrampe

Wasser führende Schicht ist lokalisiert

Noch immer fliessen rund 100 Liter Wasser in der Sekunde aus den Bohrlöchern bei Tunnelmeter 1695. Die Fachleute arbeiten fieberhaft an möglichen Lösungen.

Tunnelmeter 1695 im Steilrampentunnel der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) zwischen Grafenort und Engelberg bereitet den Tunnelbauern nach wie vor grosse Probleme. «Wir sind jetzt so weit», gibt der Gesamtprojektleiter Urs Dillier zu verstehen, «dass die Wasserfassung und auch die Ableitung der Wassermenge an die Hand genommen werden kann.» Bei der Bohrung von Sprenglöchern am 16. August drang plötzlich und mit grossem Druck Wasser in den bereits ausgebrochenen Tunnel. Rund 100 Liter Wasser in der Sekunde ist es, das seit jener Bohrung in ununterbrochener Intensität fliesst.

Seismische Messungen
Seit dem Eintreten dieses Ereignisses sind die Arbeiten im Tunnel selber aus Sicherheitsgründen stillgelegt. «Hingegen arbeiten verschiedenste Fachleute intensiv an möglichen Lösungen», verrät Urs Dillier. Die vor eineinhalb Wochen angekündigten seimischen Messungen wurden ausgeführt und zum Teil auch schon ausgewertet. «Auf Grund der ersten Resultate können wir so viel sagen, dass man jetzt zumindest einmal die Wasser führende Schicht lokalisiert hat.» Urs Dillier ist vorsichtig mit weiteren Prognosen. Hier hat er sich, wie übrigens auch der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn, auf die Angaben der eigens zugezogenen Fachleute zu verlassen. Die Geschäftsleitung der LSE hat zur Abklärung sowohl Geologen wie auch Seismologen und Höhlenforscher beigezogen.

Fast auf den Meter genau
Die im Vorfeld des Tunnelbaus bei der Projektierung mit dem Studium der Geologie beauftragten Geologen des Büros Schneider, Kellerhals und

Häfeli in Stans haben gute Arbeit geliefert. Fast auf den Meter genau trafen die Tunnelbauer vom so genannten Palfrismergel auf den Quintnerkalk. Laut Planunterlagen wurde in diesem Quintnerkalk «mit möglichen Karstbildungen gerechnet». Weiter kann den Plänen in diesem Bereich entnommen werden: «Kurzfristige Wasser- und Murgangeinbrüche bis zu einem Kubikmeter in der Sekunde nicht auszuschliessen.» Die Zone mit Quintnerkalk ist rund 300 Meter lang. Beim weiteren Vortrieb werden die Tunnelbauer nochmals auf eine, diesmal allerdings längere Zone aus Quintnerkalk treffen.

Kernbohrung als nächster Schritt
Gemäss Auskunft von Daniel Bollinger, Geschäftsführer des Geologiebüros Schneider
, Kellerhals und Häfeli, haben die seismischen Untersuchungen ergeben, dass nach Tunnelmeter 1695 zwei Wasser führende Zonen diagonal zum geplanten Tunnel verlaufen. «Geplant sind jetzt 150 bis 200 Meter lange Erkundungsbohrungen», so Daniel Bollinger. Bei diesem Vorgehen werden Bohrkerne gewonnen, «damit das zu erwartende Gestein und Karstformationen besser beurteilt werden können.»
Daniel Bollinger kann sich vorstellen, dass zusätzlich eine Kamera zum Einsatz kommt, die man durch den Kern der Erkundungsbohrung schiebt.
Sobald die Arbeiten zur Wasserfassung und Ableitung abgeschlossen sind, sollen laut Angaben von Daniel Bollinger bei den heute Wasser führenden Bohrlöchern Entlastungsbohrungen vorgenommen werden, «damit der Wasserdruck nachlässt».

VON BEAT CHRISTEN


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