zurück zu Tunnel Start >>


Eintritte von Wasser und Schlamm im Tunnel Engelberg führen erneut zu einem Unterbruch im Vortrieb im Baulos Nord

Pressemitteilung der LSE


Eintritte von Wasser und Schlamm im Tunnel Engelberg führen erneut zu einem Unterbruch im Vortrieb im Baulos Nord

Nachdem der Wassereinbruch bei Tunnelmeter 1700 vom August 2002 durch die Ausführung einer umfangreichen Wasserfassung und von Sicherungsmassnahmen bewältigt worden ist, sind die Vortriebsarbeiten wieder normal weitergelaufen. Der Tunnel ist heute ab dem Nordportal zu etwa 2100 m ausgebrochen. Nun sind im zurückliegenden Bereich (etwa zwischen Tm 1700 bis Tm 1950) seit Einsetzen der Schneeschmelze zunehmend Wassereintritte in grosser Zahl festgestellt worden, welche bereits früher zu Entlastungsbohrungen geführt hatten.

In der Nachtschicht vom 28. zum 29. Mai ist unter Einwirkung von Wasserdruck rechts oben im Tunnel eine Abplatzung von Felsmaterial im Ausmass von einigen m3 eingetreten. Die Bauleitung hat sofort darauf reagiert und Sicherungsmassnahmen zwischen Tm 1940 und 1950 angeordnet. Diese Arbeiten wurden zwischen dem letzten Donnerstag und Sonntag nahezu vollendet, als an der besagten Stelle der Eintritt von Wasser sehr stark zugenommen hat. Dies führte zum Einspülen einer grossen Menge von Sand und Schlammmaterial in den Tunnel, sodass die Arbeiten am Sonntagabend unterbrochen werden mussten. Die Arbeiten sind vorläufig eingestellt, um die Bewältigung dieses Ereignisses gut planen zu können.

Die Arbeiten im Baulos Süd sind vom Wasseraufkommen nicht betroffen und werden weitergeführt. Die Auswirkungen auf Zeitplan und Kosten sind noch nicht bekannt. Menschen und der Bahnbetrieb sind und waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Sofortmassnahmen

Wahrscheinlich muss der ganze Abschnitt im Quintnerkalk (zwischen etwa Tm 1700 bis Tm 1950) zusätzlich gesichert und vom Wasserdruck entlastet werden. Die Wasserführung im Gebirge konzentriert sich nämlich auf diese Zone, welche zwar eine recht gute Felsqualität aufweist, aber infolge der grossen Anzahl von Klüften stark durchlässig ist. Mit diesen Sicherungen kann vermieden werden, dass weitere solche Ereignisse Menschen, die im Tunnel arbeiten, gefährden. Ein Entscheid über diese Massnahmen muss auch unter Abwägung des definitiv notwendigen Ausbaus getroffen werden. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass die Sicherungsarbeiten nicht parallel mit dem Vortrieb ausgeführt werden können, sodass hier in jedem Fall ein Unterbruch eintreten wird, dessen Dauer noch nicht feststeht.

Ursachen

Die Erfahrungen und Untersuchungen des letzten Wassereinbruches haben eine starke Abhängigkeit zwischen den herrschenden Witterungsverhältnissen und der Wassermenge im Tunnel aufgezeigt. Insbesondere wurde die gleiche Wasserherkunft des über den Tunnel fliessenden und im Winter trockenen Chaltibaches festgestellt. Aus diesem Grunde war die ganze Quintnerkalkzone von etwa 300 m Länge während den Vortriebsarbeiten trocken, da diese im Winter ausgebrochen wurde. Nun ist mit Einsetzten der Schneeschmelze das ausgeprägte Kluftsystem des Gebirges mit Wasser gefüllt worden, was einen Wasserdruck auf die Spritzbetonschale bewirkt hat. Dieser wurde einerseits durch die ohnehin notwendigen Ankerbohrungen und durch zusätzliche Entlastungsbohrungen mehrheitlich abgebaut. Die Stelle bei Tm 1950 konnte aber dem verbliebenen Druck nicht widerstehen, was zum erwähnten Einbruch führte. Offensichtlich hat sich das Wasser nun kurz vor Abschluss des in Ausführung befindlichen Stahleinbaus mit Hinterfüllung im Gebirge einen andern Weg gebahnt und durch die massive Erosion des Gebirgswasserlaufes Schlamm in den Tunnel eingetragen. Dadurch wurde man zum Abbruch der Arbeiten gezwungen.

Stand der Arbeiten

Zurzeit sind befindet sich der Vortrieb im Los Nord bei Tm 2100. Seit etwa Tm 2000 wurden infolge schlechter Geologie geringere Leistungen erzielt als geplant. Bisher kann das von der LSE angestrebte Ziel der Eröffnung im Frühjahr 2006 noch knapp eingehalten werden

Der Vortrieb im Baulos Süd wurde bei Tm 575 (vor dem Übergang von der Sackungszone in den Kalk) beendet, und es wurden die Innenausbauarbeiten aufgenommen. Der Sohlenbeton ist auf eine Länge von etwa 480 m eingebaut, und der Einbau des Innengewölbes steht bevor

Auswirkungen des erneuten Wassereinbruchs auf Zeitplan und Budget

Welche Auswirkungen auf den Zeitplan und die Kosten die jetzt aufgetretene Situation haben werden, kann zurzeit nicht gesagt werden. Es ist aber mit grosser Wahrscheinlichkeit mit Verzögerungen zu rechnen, sodass der erwähnte Eröffnungszeitpunkt nun doch in Frage gestellt werden muss. Die Mehrkosten infolge dieses Ereignisses hängen von den momentan in Planung befindlichen Lösungen zur Sicherung der Wasser führenden Zone und zum definitiven Ausbau derselben ab.

Weitere Auskünfte:

· Christoph Tanner, Direktor LSE, Telefon 041 618 85 85

· Urs Dillier, Gesamtprojektleiter, Telefon 041 368 07 77



nach oben >>